Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für Ihre anregenden Artikel über Alternativmedizin. Leider belassen sie einige Fragen auf, deren Nichtbeantwortung die allgemeine Glaubwürdigkeit stark beeinträchtigt, z.B:
1.) Seite 10 Z. 3 ff. : "... und Aerzte daran gehindert, viele der heute grassierenden schweren Krankheiten zu begreifen." Um welche Krankheiten handelt es sich hierbei? Mir scheinen die Ursachen der schlimmsten Krankheiten unserer Epoche z:B. AIDS hinreichend erörtert zu sein.
2.) S.14, "Krankheit als Weg": Inwiefern hängt z.B. eine virale oder bakterielle Infektion, und um solche handelt es sich doch bei vielen häufigen Krankheiten, mit dem vagen Begriff "Ganzheit" zusammen und wie sind diese Krankheiten selbstverschuldet, ausser evtl. durch unzureichende Hygiene oder Ernährung?
3.) S. 35: Das Zitat "Um leschte Steppel" ist ohne Kontext schwer zu deuten und wirkt doch allzu propagandistisch.
Mit freundlichen Grüssen,
Jean-François Nies
Antwort von Herrn Wolfgang Fleckenstein, Stellenleiter der ErwuesseBildung:
Sehr geehrter Herr Nies,
zunächst danke ich Ihnen ganz herzlich für Ihre spontane und detaillierte Reaktion auf unser neues Bulletin mit dem Dossier "Alternativ Medizin".
Grundsätzlich bitte ich zu bedenken, dass unsere Dossiers - schon allein durch den eingeschränkten Umfang - nur ein Anstoss zu einem bestimmten Thema sein können und wollen. Dabei legen wir nicht unbedingt Wert auf Vollständigkeit, wir wollen zum Nachdenken anregen.
Zu ihren inhaltlichen Anfragen bitte ich zu beachten, dass die namentlich genannten AutorInnen der einzelnen Beiträge - vor allem diejenigen, die nicht im Team der ErwuesseBildung arbeiten - eigenverantwortlich dafür sind.
Ich bin allerdings so offen zu erwähnen, dass wir gelegentlich bewusst eine Gegenposition einnehmen und diese dann auch veröffentlichen, wenn uns das angezeigt erscheint. Manches Mal wird dies auch durch Rückmeldungen von aussen ausgelöst. In der Hektik eines Redaktionsschlusses wird man manchmal unkritisch.
Das "Um leschte Steppel" lesen Sie bitte mit einem gewissen Augenzwinkern und weniger als Provokation.
Vielleicht sollten Sie ebenso noch bedenken, dass unser Bulletin keine Fachzeitschrift ist und daher auch mit anderen Augen gelesen werden muss. Dennoch gebe ich ihnen im Grundsatz recht, dass Ganzheitlichkeit als Begriff kein Freibrief für obskure Ideen sein kann, die eher irreführend sein können als aufklärend.
So danke ich Ihnen nochmals für Ihre Reaktion, die uns selbst hilft, auch in Zukunft aufmerksamer hinzuschauen, wenn es um die korrekte Darstellung von Themen geht - vor allem, wenn dies durch AutorInnen von aussen geschieht.
Mit freundlichen Grüssen
Wolfgang Fleckenstein