Monatsimpuls Februar
« Februar“ kommt von februare= reinigen. Im altrömischen Kalender war der Februar der zwölfte, also der letzte Monat im Jahresablauf. Das Jahr begann mit dem Frühling. Deshalb war der Februar eine spezielle Zeit der Besinnung und Reinigung!
Im christlichen Kalender liegt der Aschermittwoch meistens im Februar: der Beginn der Vorbereitungszeit auf Ostern (Fastenzeit). Doch gleich vor dem Aschermittwoch gibt es einen Brauch, den es im Alltag mit Kindern nicht zu verpassen gilt: es ist die Fastnacht!

Im Leben unserer Familie (in der Zwischenzeit sind die Kinder erwachsen) hatte der „Fetten Donneschdeg“ eine hohe Wichtigkeit. Eine grosse alte Truhe, voll mit alten Kleidern, Mützen, Hüten usw.gibt es immer noch- auch die Erwachsenen greifen von Zeit zu Zeit noch hinein- respektiv die Nachbar- oder Enkelkinder .
Kinder mögen es sehr, wenn die Erwachsenen mit ihnen zusammen ein solches Ereignis vorbereiten. „Sich verkleiden“, in die Haut einer Lieblingsfigur schlüpfen ist sehr reizvoll; dann von Haus zu Haus ziehen, einen kleinen Spruchreim singen und um Süssigkeiten betteln, ist natürlich auch sehr spannend!
Wie möchtest du dich dieses Jahr verkleiden? diese Frage kann eine wunderbare Gelegenheit sein, mit dem Kind ins Gespräch zu kommen und auch zu hören, wie das Kind sich selber träumt. Einen Tag im Jahr in die Haut seines Helden zu schlüpfen macht Freude! Aber es kann auch ein Anti-Held sein:
Unser ältester Sohn war zum Beispiel einmal eine „Schlofmutz“- im Pyjama mit Nacht-Topf und Kerze herumzulaufen war schon originell bei all den bewaffneten Kameraden! Wir haben in all den Jahren etlichen Figuren Gestalt gegeben: vom Roboter über das Oma-Opa-Paar bis zum Clown, Krokodil und Sonnenblume...es kann auch lustig sein, eine „Gruppen-Verkleidung“ zu machen mit den besten Freunden.
Als Mutter habe ich mir gerne Zeit genommen, um kreative Kostüme zusammenzutragen, manches Zubehör zu basteln oder zurechtzunähen. Für mich war es eine gute Gelegenheit dem Alltag mit seinen Pflichten und Terminen, ein bisschen zu entkommen! Auch der Vater wurde an dem Tag immer aktiv: er machte Fues-kichelcher, die wir dann den singenden Kindern anbieten konnten: eine willkommene Abwechslung zu den üblichen Süssigkeiten!
In Clerf singen die Kinder traditionnellerweise folgendes alte Lied:
Hei triädde mir an desen Haff
gëtt eis Saaft,
gëtt eis Bungen,
mir han e Gaart musse lungen,
Pitje Pitje fei Mood, Kinnig- Kinnigin,
Stell di Leeder an di Wand
huall dat Messer an di Hand
Schnegg op, schnegg af, schnegg en decke fette Gréif eraf,
Zéi e Fadem ëm dat Haus,
Zéi eng Dosen Äer eraus,
a mäi Kuarref, a mäi Kuarref, den aneren hiren och,
Schnegg der Butsch de Schwanz eraf
looss ër nach e Wippche stoen, datt se mat der Häerd ka goen
In diesem Lied spiegeln sich uralte ländliche Gebräuche wieder….das ganze natürlich im Cliärrwer Dialekt. Wer kann es entziffern? Alain Atten fragen…!!!
Christiane Kremer-Hoffmann




