Warum Frauen Wärmflaschen lieben und Männer mehr Tee trinken sollten
Lassen Sie sich gerne berühren? Mit einem Händedruck, einer Umarmung oder freundschaftlichem Schulterklopfen? Vielleicht sehnen Sie sich sogar danach, häufiger berührt zu werden?
Damit wären Sie nicht allein: Die halbe Welt, so schreibt der Arzt und Wissenschaftsjournalist Werner Bartens, wünsche sich mehr Körperkontakt, einfache, unkomplizierte Nähe. Denn der Mensch ist davon abhängig: Säuglinge sterben, wenn sie keine körperliche Zuwendung bekommen. Frühgeborene, die immer wieder angefasst werden, wachsen schneller. Und verlässliche, körperliche Nähe hilft Kindern, Stress abzubauen und zu widerstandsfähigen Erwachsenen heranzuwachsen. Berührungen tun gut – nicht nur mit anderen Menschen, sondern auch mit angenehmen Oberflächen, wie beispielsweise einem glatten Stein oder einem kuscheligen Schal.
Werner Bartens stellt dazu mehrere Bereiche vor, in denen das Fühlen eine oft überraschende Rolle spielt: Die „Berührungsindustrie“ zum Beispiel – Dienstleister wie Friseure, Physiotherapeuten und Wellnessanbieter ermöglichen uns körperliche Nähe als reinen Genuss, ohne dass sie etwas mit Sexualität zu tun hätte. Weitere Kapitel sind dem Kontakt zwischen (Ehe-)partnern gewidmet, heilenden Berührungen wie Massage, sowie Nähe, die die Leistung steigert – etwa im Sport oder beim Lernen. Auch die Geschäftswelt hat die Bedeutung des Tastsinns längst erkannt: Nicht umsonst trägt der neue iPod den Namen „Touch“. Die typische Wischbewegung, mit der wir Handy, Tablet und Co. bedienen, geht den meisten von uns längst intuitiv von der Hand.
Trotz allem sind Berührungen in unseren Breiten Mangelware und wirken auf viele Menschen nicht nur ungewöhnlich, sondern auch ungebührlich. Wer ihnen in seinem Leben mehr Raum geben und ihre wohltuende Wirkung spüren will, findet in diesem verblüffenden Buch viele wertvolle Hinweise, Anregungen und weiterführende Literatur.
Waltraud Böing - ErwuesseBildung