Für Kinder
Maayken Koolen / Amerentske Koopman
Guck mal da!
Beltz & Gelberg 2009, 28 S., ISBN 9783407793850
Finn und Bär fliegen heute mit dem Flugzeug auf Entdeckungsreise. Sie kennen die Gegend unter ihnen eigentlich wie ihre Westentaschen, aber von hier oben sieht auf einmal alles ganz anders aus: Was sind das für gelbe Punkte? Sind das etwa die Hühner? Es beginnt ein kniffliges Spiel mit den Perspektiven. Wer findet am schnellsten heraus, wer, was und wo sich da unten befindet?
„Guck mal da!“ ist ein raffiniertes Mit-Mach-Buch aus der Vogelperspektive, mit vielen Klappen, hinter denen sich viele Überraschungen verbergen. Ein Bilderbuch, das zum „zweimal-hinsehen“ einlädt.
Für schlaue EntdeckerInnen ab 4 Jahren.
Danielle Mertes
Eva Hauck / Claudia Huboi
sehen, finden, machen
Das Werkstattbuch für Kinder
Haupt Verlag 2008, 240 S., ISBN 9783258073941
“sehen finden machen“ zeigt in sechs verschiedenen Werkstätten interessante Techniken zur Verarbeitung von Papier, Farbe, Modelliermasse, Stoff, Garn und Naturmaterial. Soll eine Geheimschrift erfunden oder ein Stoff bedruckt werden? Gilt es eine Zauberlandschaft zu nähen oder aus Fundhölzern grässliche Monster zu schnitzen? Wie macht man Salzteig und wie häkelt man mit den Fingern? Antworten auf viele Technikfragen und ganz viele Vorschläge zum Selberprobieren gibt’s in diesem Buch.
Insgesamt 77 Projekte für jüngere und ältere Kinder findet man in diesem Buch. Wer sich fürs Malen oder Modellieren interessiert, kommt genauso auf seine Kosten wie alle, die gerne stricken oder schnitzen. Der Schwerpunkt des Buches liegt auf den Materialien und den Gestaltungstechniken. Ausgehend von den Technikseiten kann man dann eigene Projekte entwickeln.
“sehen finden machen“ ist auch in seiner Aufmachung sehr ansprechend. Große farbige Fotos von den Kreationen laden zum Nachmachen ein. Ein Buch für alle, die gerne mit ihren Händen arbeiten, Spaß am Experimentieren haben und keine Lust auf Langeweile haben ...
Danielle Mertes
↑
Für Erwachsene (und Kinder)
Ben Becker
Die Bibel. Eine Gesprochene Symphonie
Audio CD, Baumhaus 2007, ISBN 9783833954009
Wovon mancher Kirchenmensch träumt, das schafft der Schauspieler Ben Becker mit seiner eindringlichen Stimme: Die Geschichten des “Buchs der Bücher“ in ein Gegenwartserlebnis zu verwandeln. Ben Beckers raumgreifende Stimme, begleitet vom Deutschen Filmorchester Babelsberg und seiner Zero Tolerance Band, entführt den Zuhörer in Klangwelten, die seine Vorstellungskraft beflügeln. Es ist die Dramatik der Darstellung, die aus einem für viele Menschen verstaubten Buch wieder Funken schlagen lässt. Man muss sich beim Zuhören anschallen, weil Ben Becker die Geschichten des Alten und Neuen Testaments durch seine Kunst dermaßen wiederbelebt hat, das sie unter die Haut gehen. Die akustische Reise von der Schöpfung bis zur Lebensgeschichte des Jesus von Nazareth bleibt spannend bis zum Schluss. Ben Becker hat sich mit dem vorliegenden Werk einen langjährigen Wunsch erfüllt. Gott sei Dank! Denn damit hat er für viele “Gläubige und Ungläubige“ die Lebenskraft eines Buches entfesselt, das prall von Leben ist. Lässt man sich auf Ben Beckers “gesprochene Symphonie“ ein, wird man hineingenommen in den Strudel menschlichen Lebens: Das Auf und Ab der Leidenschaften verwoben mit Momenten höherer Einsicht. Lassen Sie sich “Eine gesprochene Symphonie“ nicht entgehen.
Ingo Hanke
↑
Eckhart Tolle
Eine neue Erde
Bewusstseinssprung anstelle von Selbstzerstörung
Goldmann 2008, 318 S., ISBN 9783442337064
Eckhart Tolle, der weltbekannte spirituelle Lehrer und Autor der Bestseller „Jetzt!“ und „Leben im Jetzt“ leistet mit seinem Buch einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer Erde. Ihr Schicksal und damit auch unser Wohlergehen als Spezies Mensch hängen für den Autor von einem „Quantensprung“ des menschlichen Bewusstseins ab. In diesem Sinne liegt mit dem vorliegenden Buch kein Umweltratgeber vor, sondern ein viel radikaleres Werk: Eckhart Tolle setzt bei den geistig-seelischen Ursachen an, die die Menschheit in eine Umweltkrise getrieben haben. Letztere spiegelt dem Buch zufolge einen krankhaften Zustand des menschlichen Geistes wieder. Die Menschheit steht vor einer Weggabelung, die folgende Alternativen zulässt: Selbstzerstörung oder einen Bewusstseinssprung, der zur Harmonie zwischen Kultur und Natur führt.
Eckhart Tolle nimmt den Leser auf einen inspirierenden Weg mit, der ihn einlädt, seinen Bewusstseinshorizont zu erweitern. Dabei knüpft der Autor an die universale Botschaft von spirituellen Genies wie Buddha und Jesus an. „Eine neue Erde“ ist klar und eindrücklich geschrieben. Das Buch regt zur Entdeckung des eigenen kreativen Potentials an. Auf humorvolle und sanfte Art lässt Eckehart Tolle die Leser an einer Reise teilhaben, die vor allem ein Ziel hat: Über ein ego-zentriertes Leben hinauszuwachsen. Weil das noch nie so wichtig war wie heute, halte ich „Eine neue Erde“ für das richtige Buch zur richtigen Zeit.
Ingo Hanke
↑
Daniel Bogner
Ausverkauf der Menschenrechte?
Herder 2007, 142 S., ISBN 9783451293825
Daniel Bogner setzt sich in diesem Buch mit der Universalität der Menschenrechte und den aktuellen Diskussionen dazu auseinander. Nach einführenden Begriffserklärungen nimmt er Stellung zu aktuellen Debatten zu Menschenrechtsfragen, wie z.B. der Aufweichung des Folterverbots oder den Umgang mit Terrorverdächtigen. Die Frage nach der Stellung der Menschenrechte in den Kirchen wird immer wieder kritisch gestellt, sowohl was die Vergangenheit als auch die Zukunft betrifft. Bewusst verweist er hier auf die Aufgabe der Kirche, deren Botschaft im Geist des Respekts der Menschenwürde und der darauf gründenden Menschenrechte beruht. Staat, Gesellschaft und Kirchen sind gemeinsam berufen, sich für eine zukunftsgerichtete „Leitperspektive Menschenrechte“ einzusetzen.
Daniel Bogner, geboren 1972, Dr. theol., studierte Politikwissenschaft, Theologie und Philosophie in Münster und Fribourg. Von 2000 bis 2006 Referent für Menschenrechtsfragen der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn, Mitglied im Kuratorium des Deutschen Instituts für Menschenrechte und im Koordinierungskreis des Forum Menschenrechte. Seit Anfang 2007 ist er im Rahmen eines Projekts zur Gewaltgeschichte Algeriens am Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien in Erfurt tätig.
Monique Ruppert
N.B. Wir möchten Sie schon jetzt darauf aufmerksam machen, dass Daniel Bogner am 25. September auf Einladung der ACAT und der ErwuesseBildung einen Vortrag zum Thema „Menschenrechte“ in Luxemburg halten wird. Näheres wird noch mitgeteilt.
↑
Daniel Kehlmann
Ruhm
Ein Roman in neun Geschichten
Rowohlt 2009, 200 S., ISBN 9783498035433
“Ich glaube, dass Handy, E-Mail und iPod die größte Veränderung unserer Lebenswirklichkeit seit der industriellen Revolution bedeuten. Wir haben noch nicht einmal angefangen, das zu verstehen.“* So äußert sich der 34jährige Erfolgsautor Daniel Kehlmann, der in seinem neuen Roman zeigt, wie man mittels moderner Kommunikationstechnologie in verschiedenen Wirklichkeiten zugleich leben kann. Während man beispielsweise einen fernen Kontinent bereist, bleibt man doch über Telefon und Internet ständig in Kontakt mit den Daheimgebliebenen.
Der Roman besteht aus sehr verschiedenartigen Erzählungen: Da ist ein Abteilungsleiter, der dank Handy eine Liebesbeziehung parallel zu seinem Familienleben perfekt managen kann, ein Blogger, der sich nur noch in einer Art von “Internetsprache“ ausdrücken kann, eine krebskranke alte Dame auf dem Weg zu einer Sterbehilfeorganisation, ein gutbürgerlicher Mann, der plötzlich Anrufe empfängt, die einem berühmten Schauspieler gelten, eine Krimiautorin, die in einem fernen zentralasiatischen Land erleben muss, welche Konsequenzen der Verlust der Telefonverbindung in ihr Heimatland hat.
Beim Lesen erkennt man mit großem Vergnügen immer mehr raffinierte Zusammenhänge zwischen den einzelnen Geschichten und Figuren, die miteinander verwoben sind. Verblüffende Wendungen machen den Roman unterhaltsam, lustig und traurig zugleich.
Traudi Böing
* Daniel Kehlmann in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 27.12.08
↑
Jacob und Wilhelm Grimm / Susanne Janssen
Hänsel und Gretel
Hinstorff 2007, 55 S., ISBN 978-3356012262
Wer Hänsel und Gretel gerne in der Originalfassung der Gebrüder Grimm liest und aufs Gruseln nicht verzichten will, wird bei dieser Ausgabe auf seine Kosten kommen. Zu Recht nennt der Verlag die Illustratorin Susanne Janssen Mitautorin, geht ihre Arbeit doch über das gewöhnliche Maß der Bebilderung hinaus. Ihre Collagen wirken auf den ersten Blick nicht ansprechend, sie sind dunkel, bedrohlich und die einzige Farbe, die vorherrscht, ist blutrot. Der Wald wirkt undurchdringlich wie ein Dschungel, die Tiere sind halbe Roboter und die Pflanzen, die man sieht, sind giftig. In dieser Horrorwelt versuchen die Menschen, Erwachsene und Kinder, zu überleben. Sie wissen, wie das Märchen weitergeht: Die Kinder werden geopfert, weil nicht genug zu essen für alle vorhanden ist.
Interessant ist noch, dass am Anfang Bild und Text gleichberechtigt nebeneinander stehen. Im Laufe der Geschichte wuchern die Bilder über den Text hinaus. Das Buch erhielt 2008 den Deutschen Jugendliteraturpreis. Für Erwachsene und Kinder ab 10 Jahren.
Helmut Häring
↑
Stephan Lagorce
Schokolade
Christian Verlag 2008, 159 S., ISBN 9783884729045
Schokolade ... schon das Wort allein lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Kein Thema ist wohl so sinnlich und mit so vielen Gefühlen besetzt wie das Thema Kakao und alles was damit zusammen hängt. Dieses Buch ist jedenfalls ein Genuss für Augen und Gaumen. Schon allein der Umschlag, der wie eine Tafel Schokolade aufgemacht ist, lädt zum Hineinschauen ein. Und nun kann man sich dem Genuss voll hergeben! Zunächst bekommt man eine Einführung und erfährt alles über Schokoladensorten, Herkunftsländer, “Schokoladen-Vokabular“ und wie und womit man Schokolade genießen sollte. Wer möchte sich nicht zu einer Schokoladen-Degustation einladen lassen? Oder – wie Sie selber eine Degustation machen können, erfahren Sie in einem weiteren Kapitel. Dass Schokolade sich mit Vielem kombinieren lässt, zeigt ein weiteres Kapitel: Schokolade und Zigarren, Schokolade und Blüten, Schokolade und Tee ... warum nicht! Etwas speziell, aber trotzdem sehr verlockend. 40 leckere, feine Rezepte zeigen dann auch noch, wie man Schokolade auf himmlischste Weise verarbeiten kann: Schokoladenglasur, Ganache, Mousse au chocolat, Schokoladenwaffeln, Soufflées ...!
Ein gelungenes Buch, sehr schön wie eine Tafel Schokolade gestaltet und eingepackt, mit einem himmlischen Inhalt.
Danielle Mertes
↑